Great Tibet Tour Logo GREAT TIBET TOUR ®

Kloster Xiazhulin

  • Merry
  • Zuletzt aktualisiert : 06.03.2026

Das Kloster Xiazhulin (auch Shadrubling-Kloster genannt) liegt auf dem Gongrigabu-Berg im Dorf Xue im Kreis Gonggar der Stadt Shannan in Tibet, auf einer Höhe von etwa 3.200 Metern. Es befindet sich etwa 15 Kilometer vom Flughafen Lhasa Gonggar entfernt. An die sanften Berge gelehnt und dem Yarlung Tsangpo Fluss zugewandt, steht das Kloster ruhig in der Weite des Hochlands.

Die roten und weißen Mauern erstrecken sich schichtweise den Berg hinauf, und das goldene Dach glänzt in der Sonne und bildet einen Kontrast zu den Wiesen und schneebedeckten Gipfeln – ein typisches und würdevolles Beispiel tibetischer Architektur.

Das Kloster Xiazhulin ist vor allem für die Aufbewahrung eines „tausendjährigen unverwesten Körpers“ bekannt. Diese Gestalt gilt als eine Emanation der Grünen Tara, die sich als Palden Lhamo manifestiert hat. Sie sitzt in der Haltung der Tara, mit einem leicht geöffneten Auge, als ob sie zwischen Wachsein und Meditation wäre. Ihr Ausdruck ist friedvoll, sie wirkt nicht wie eine Verstorbene, sondern wie jemand in tiefer Versenkung.

Das folgende Video gibt einen kurzen Einblick in das Kloster Xiazhulin und seine Umgebung.

Historischer Hintergrund

Auf Tibetisch heißt das Kloster „Shadrubling“, sein voller Name ist „Ganden Shadrubling“. „Ganden“ zeigt seine Zugehörigkeit zur Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus an, während „Shadrubling“ „Ort der Lehre und Praxis“ bedeutet. Die Einheimischen nennen es oft „Gongga Shadrubling“.

Xiazhulin Monastery

Das Kloster wurde ursprünglich im 15. Jahrhundert unter der Anleitung des Meisters Jamyang gegründet. Im Jahr 1669 änderte der neunte Lebende Buddha, Karma Wangchuk Dorje, seine religiöse Ausrichtung von der Kagyu-Schule zur Gelug-Schule und gab ihm seinen heutigen Namen, wodurch es zu einem der wichtigen Stammklöster der Gelug-Tradition in der Region wurde. Während historischer Umwälzungen wurde das ursprüngliche Kloster zerstört. Die heutigen Gebäude wurden in den 1980er Jahren unter der Aufsicht des Sera-Klosters durch den Khyentse Lebenden Buddha wiederaufgebaut.

Die Region Shannan gilt als eine der Wiegen der tibetischen Zivilisation. Während der Zeit des tibetischen Reiches (Tubo) verflochten sich hier religiöse und politische Macht, was ein tiefes Erbe hinterließ. Gonggar, im Mittellauf des Yarlung-Tals gelegen, war einst ein Gebiet, das vom tibetischen Adel frequentiert wurde. Daher finden sich in der Umgebung noch viele Klöster und Stupas.

Klosterstruktur und verehrte Gottheiten

Beim Betreten des Klosters sind alte und neue Gebäude miteinander verwoben und bilden eine klare Hierarchie.

Links vom Eingang steht die Hauptversammlungshalle. Im Erdgeschoss befinden sich Statuen von Tsongkhapa und seinen acht Hauptschülern, drei Meister-Schüler-Buddhastatuen, eine tausendfache Statue von Tsongkhapa sowie Statuen von drei Dharma-Königen aus der Tubo-Zeit. Im ersten Stock befindet sich die Bibliothek, in der zahlreiche buddhistische Texte sorgfältig aufbewahrt werden.

The side hall

Die berühmte Körperstatue von Palden Lhamo wird in einer Seitenhalle am hinteren Ende des Innenhofs aufbewahrt. Die Halle ist dämmrig beleuchtet, was eine feierliche und ehrfürchtige Atmosphäre schafft.

Die angrenzende Schutzgottheiten-Halle beherbergt die Gottheit Shakyamuni sowie Schutzgottheiten wie Gelugpa Karma Trinley und Palden Lhamo. Eine weibliche Figur als wichtige Schutzgottheit ist in tibetisch-buddhistischen Klöstern relativ ungewöhnlich. Das Kloster bewahrt auch exquisite Wandmalereien und wertvolle alte Schriften auf, die von beträchtlichem religiösen und künstlerischen Wert zeugen.

Eine tausendjährige Legende

Mit diesem erhaltenen Körper ist eine Geschichte verbunden, die sich über mehr als tausend Jahre erstreckt.

Um das Jahr 1045 n. Chr. reiste der indische buddhistische Meister Atisha nach Tibet, um den Dharma zu verbreiten. Als er an einem breiten Fluss vorbeikam, sah ein junges Mädchen am gegenüberliegenden Ufer den ehrwürdigen Meister und war tief von Hingabe ergriffen. Als Opfergabe nahm sie all ihren Gold- und Silberschmuck ab und warf ihn über den Fluss zu ihm hinüber.

Als das Mädchen nach Hause zurückkehrte, schimpften ihre Eltern heftig mit ihr, weil sie die wertvollen Familienschätze verschenkt hatte. In Trauer und Verzweiflung sprang sie in den Fluss, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch der Fluss trug ihren Körper, ohne sie ertrinken zu lassen. Die Dorfbewohner, die dies für ein böses Omen hielten, mauerten sie in einer Steinhöhle ein und erstickten sie mit Rauch.

Der lokalen Legende nach offenbarte Atisha später seine spirituellen Kräfte und zeigte, dass das Mädchen sich in Tara verwandelt und in das himmlische Reich aufgestiegen war. Es wird auch gesagt, dass er Verse verfasste, um das Verdienst ihrer selbstlosen Gabe zu preisen. In späteren Generationen glaubten die Menschen, dass sie eine Emanation von Palden Lhamo war, die in der Menschenwelt erschienen war, um die buddhistischen Lehren zu schützen.

Yarlung Tsangpo River

Es wird weiter erzählt, dass selbst nach tausend Jahren ihre Haarspitzen und Fingernägel weiterwachsen.

Um diese karmische Verbindung zu würdigen, wurde ihr erhaltener Körper im Kloster Xiazhulin aufbewahrt, wo er bis heute verehrt wird.

Umgebende Landschaft

Vom höchsten Punkt des Klosters aus kann man den sich windenden Yarlung Tsangpo Fluss unten überblicken. Bei Sonnenaufgang glitzert das Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche und spiegelt die fernen Berge und Wälder wider.

Im Frühling und Sommer blühen entlang der Flussufer goldgelbe Rapsfelder, die einen auffälligen Kontrast zu den karmesinroten Roben der Mönche bilden. Im Winter steigt Nebel durch das Tal auf, und das Kloster erscheint halb im Dunst verhüllt, was seiner stillen Mystik noch mehr Ausdruck verleiht.

Hier verschmelzen Religion, Kultur und Natur harmonisch miteinander und ermöglichen es Besuchern, die einzigartige Weite und Ruhe des tibetischen Hochlands zu erleben.

Schnelle Frage unten stellen?
oder E-Mail an uns

Das könnte Ihnen gefallen